Königsplatz München, rechts die Glyptothek

Glyptothek München

„Nach Italienreise des Kronprinzen Ludwig (1804/05) Beginn des Aufbaus einer eigenen Antikensammlung; erster Höhepunkt: Erwerb der >Aigineten< 1812. ... Baugeschichte: Grundsteinlegung am 23.4.1816, Architekt Leo von Klenze, Eröffnung am 13.10.1830. 1944 Zerstörung durch Brandbomben zu ca. 40 % Wiederaufbau 1964–71 durch Wiedemann: dabei Verzicht auf kopierende Rekonstruktion der früheren prächtigen Raumausstattung, Abbruch des Assyrischen Anbaus, Anhebung des Innenhofniveaus (um ca. 1m), gegen den Hof Einfügung von hochrechteckigen Fenstern unter den originalen Lünettenfenstern. Eröffnung: 28.4.1972 ...– Die ursprüngliche Aufstellung der Exponate erstmals in deutschen Museen nicht nach Themen, sondern nach Chronologie ihrer Entstehung (vorgebildet 1793 im Pariser Musée des monuments francais)... Heutige Aufstellung beschränkt auf griechische und römische Werke. Bedeutung: Klenzes beispielhaftes Werk des deutschen Klassizismus (vergleichbar Schinkels Altem Museum in Berlin, 1822–28) ist erstes eigens für antike und zeitgenössische (d.h. klassizistische) Plastik errichtetes, für die Öffentlichkeit bestimmtes Museumsgebäude in Deutschland (ähnlich in Italien: Villa Albani 1760, in Frankreich: Musée Napoléon). Durch Klenzes Auseinandersetzung mit der Architektur der griechischen und römischen Antike und der italienischen Renaissance zeichnet sich Loslösung vom französischen Klassizismus ab. Klenze gelang mit diesem Bau eine der harmonischsten, feinsinnigsten und proportionssichersten Schöpfungen des europäischen Klassizismus. In der Konzeption der Glyptothek als >Pantheon< der Bildhauerkunst König Ludwigs I. persönlichstes Werk, ...

aus: Josef H. Biller/Hans-Peter Rasp „München, Kunst & Kultur“ Ludwig Verlag 2003

GLYPTOTHEK innen
Apoll von Tenea 560/550 v. Chr.
Kopf des Asklepios 420/410 v. Chr.
Kopf des Asklepios 460/450 v. Chr
Bogenschütze Paris, Westgiebel 500 v. Chr.
Spürender Jagdhund um 360 v. Chr
Panther um 380 v. Chr.